Interview mit den PUBLZ Gründerinnen, Alexandra und Katja Fleschütz

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Kürzlich haben wir über den Clou mit dem Qlu berichtet. Heute habe ich mit den Gründerinnen von PUBLZ, der innovativen kleinen Firma hinter QLU gesprochen.

Hallo Katja und Alexandra! Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für meine Fragen genommen habt. Wie kamt ihr auf die Idee mit dem QLU?

Katja : Auf Autorenlesungen von Self-Publisher Autoren bekommt man notgedrungen meist Karten, auf denen der Link zum Buch in einem der großen Online-Shops war. Doch frustrierend viele Leute können am Abend begeistert applaudieren und nach dem Buch fragen, aber werden Zuhause doch nicht den PC anschmeißen. So haben wir nach einer besseren Lösung gesucht. Und QLU gefunden.

Alexandra : Ich komme da eher von der Leserseite. Ich lese inzwischen viel lieber eBooks. Das ist einfach praktischer. Trotzdem mag ich Buchläden, lasse mich beraten, stöbere genüsslich. Da ich aber kein Print-Buch brauche, kann ich für die Leistung nicht bezahlen, obwohl ich das wollen würde. Wenn man dem Buchhändler einen Euro für das nette Gespräch gibt, ist das peinlich. Da kann QLU helfen.

 Viele Buchhändler haben ja inzwischen Online-Shops

Alexandra : Ja, da gibt es inzwischen auch viele Lösungen für die kleinen Einzelhändler. Aber egal wie man es dreht, eine als noch so komfortabel angepriesene Shop-Lösung bleibt am Ende Mehraufwand, den viele Buchhändler scheuen. Und es gibt auch viele Leute, die inzwischen sehr zögerlich damit sind, sich noch irgendwo einen zusätzlichen Kundenaccount anzulegen. Da geht man doch lieber wieder zu den Großen, bei denen die Daten eh schon hinterlegt sind…

Ist trotzdem das QLU nicht eine Konkurrenz zu solchen Shop-Lösungen?

Katja : Wir sehen das gar nicht als Widerspruch, sondern als Ergänzung. QLU verbindet perfekt den stationären Einzelhandel mit Online-Lösungen. Im Übrigen geht es den Buchhändlern dann nicht anders als den Autoren – wenn ein Kaufwunsch geweckt ist, sollte er am Besten sofort befriedigt werden. Da bietet QLU eben Möglichkeiten, die ein noch so guter Online-Shop selbst mit einem modernen Download-Terminal im Laden nicht bieten kann. Es bleibt eine physisch nicht greifbare Datei, man muss sich Zeit nehmen, um sich anzumelden, sein Gerät dabei haben – oder wenigstens das Dateiformat kennen. Ich z.B. weiß zwar, dass viele meiner Freunde einen Reader haben, aber ich könnte nicht sicher sagen, welchen Gerätetyp.

Die Idee steht und fällt aber mit der Akzeptanz im Buchhandel, oder?

Katja : Ja und nein. Für den Buchhandel ist QLU eine Lösung, der gefürchteten Konkurrenz der großen Online-Händler, die Stirn zu bieten. Und zwar mit dem was sie am besten können: gezielte Beratung und persönlicher Kontakt. Ohne sich mit dem Support einer eigenen Shop-Lösung zusätzliche Arbeit ans Bein zu binden.

Alexandra : Hier müssen wir noch für das Konzept werben, aber wir sind sicher, dass sich das durchsetzen wird, weil es so einfach ist. QLU ist für den Buchhändler nicht anders als ein normales Print-Buch, bis auf den Umstand, dass es weniger Platz im Lager wegnimmt.

Katja : Trotzdem ist für QLU der Buchhandel nur ein Vertriebsweg von vielen. Als Geschenkkarte mit Extra-Nutzen lässt es sich über den Papeteriebedarf vertreiben und Autoren wie Verlagen bietet QLU eine bequeme Möglichkeit, ihre Werke mit einer persönlichen Ansprache auf Lesungen, Messen oder auch von uns initiierten Events zu vertreiben. Wie ein Print-Buch, nur viel leichter zu transportieren.

Was macht PUBLZ denn sonst noch?

Alexandra : Wir möchten mit PUBLZ, einer Firma, die bisher vor allem im Bereich von Werbemitteln tätig war, Self-Publishern und Kleinverlagen dabei helfen, mit ihren Büchern Leser zu erreichen. Das sind Agenturleistungen. Obwohl wir gern auch Lektorat, Cover, Formatierung etc. vermitteln,   liegt unser Schwerpunkt in der Phase, in der das Buch schon da ist.

Katja : Dabei geht es vor allem um den Vertrieb. Da passt auch QLU gut rein. Wir organisieren Lesungen und „Buch-Events“, bündeln die Kräfte unserer Partnerautoren, denn gemeinsam sind die Self-Publisher längst eine Macht am Buchmarkt. In der Buchhandlung erreicht man nur Leute, die schon zum Lesen entschlossen sind. Die Frage ist nur noch „Was“ – obwohl das für den einzelnen Autor natürlich auch wichtig ist. Wir möchten aber auch zwischen den Bücherregalen hervortreten und solche Menschen ansprechen, die niemals in eine Buchhandlung zu einer Autorenlesung gekommen wären.